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Mar 20, 2025 10:20:11 PM | Barrierefreiheit

Automatisierte Tests vs. echte Barrierefreiheit – warum Deine Website mehr braucht als ein Tool

Barrierefreiheit ist mehr als nur ein gesetzlicher Zwang. Erfahre, warum automatisierte Tests nicht ausreichen und wie ihr eure Website zugänglich macht.

Barrierefreiheit ist längst kein „Nice-to-have“ mehr. Sie ist Pflicht – rechtlich, ethisch und auch wirtschaftlich. Egal ob öffentlich-rechtliche Institution, KMU oder Konzern: Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie mit barrierefreien Websites nicht nur gesetzlichen Vorgaben entsprechen, sondern auch eine größere Zielgruppe erreichen und ihr Image nachhaltig stärken.

Doch schnell taucht bei der Umsetzung die Frage auf: Wie viel Aufwand ist wirklich nötig? Genügen automatisierte Tools, um Barrierefreiheit sicherzustellen?
Die Antwort darauf ist einfach – und für viele überraschend: Nein, automatisierte Tests allein reichen nicht aus.


Inhaltsverzeichnis


Natürlich gibt es Tools wie Axe, Wave oder Lighthouse, die Dir in Sekundenschnelle Auswertungen über Barrierefreiheitsprobleme liefern. Diese Tools sind wertvoll – aber sie zeigen Dir nur einen kleinen Ausschnitt. Tatsächlich bleibt die große Mehrheit potenzieller Barrieren unsichtbar für solche Scanner.

Warum ist das so? Und was bedeutet das für Deine Website?

Genau hier setzt unser Ansatz mit BarrierefreiPLUS an: Wir kombinieren die Vorteile automatisierter Prüfungen mit gründlichen, manuellen Tests – und schließen so die Lücken, die Tools alleine niemals erkennen können.

Was automatisierte Tools zuverlässig testen können

Lass uns konkret werden: Automatisierte Tools arbeiten nach klar definierten, regelbasierten Kriterien. Alles, was sich „ja/nein“-mäßig auslesen lässt, wird erkannt. Zum Beispiel:

✅ Was automatisierte Tools gut erkennen:

  1. Fehlende Alt-Texte bei Bildern:
    Das Tool checkt, ob ein Bild ein alt-Attribut besitzt – und meldet fehlende Alt-Texte zuverlässig.

  2. Leere Links oder Buttons:
    Links oder Buttons ohne sichtbaren Text oder ARIA-Label werden erkannt.

  3. Farbkontraste:
    Farbwerte im CSS werden verglichen, um sicherzustellen, dass der Kontrast von Texten gegenüber dem Hintergrund den Mindestanforderungen entspricht (z.B. 4,5:1 für normalen Text).

  4. Fehlende Formular-Labels:
    Formulareingabefelder ohne zugehöriges Label-Element fallen auf.

  5. Fehlende Seitentitel:
    Es wird überprüft, ob die Seite einen <title>-Tag besitzt.

Das ist nützlich. Schnell werden einfache, häufige Fehler sichtbar – gerade solche, die auf fast allen Websites vorkommen.

Wo automatisierte Tests versagen – konkrete Beispiele

Grafik Automatisiertes Testing im Vergleich zu echter Barrierefreiheit

Doch ab hier wird’s spannend. Die echten Hürden lauern nämlich dort, wo Kontext, Nutzerverhalten oder inhaltliche Qualität entscheidend sind. Hier stoßen Tools an ihre Grenzen:

❌ Was automatisierte Tests NICHT erkennen können:

1. Sinnvolle Alt-Texte statt Fülltext

Ein Tool sieht nur: „Alt-Text vorhanden? Ja.“
Ob der Alt-Text aber tatsächlich beschreibt, was im Bild zu sehen ist – oder ob dort einfach nur „Bild123“ oder ein leerer Platzhalter steht – bleibt unerkannt. Auch erkennt kein Tool, ob ein Bild eigentlich rein dekorativ ist und ein leerer alt=""-Text korrekt gewesen wäre.

👉 Manuell testen wir bei BarrierefreiPLUS: Passt der Alt-Text zur Bildaussage? Oder verwirrt er vielleicht sogar Nutzerinnen und Nutzer mit Screenreader?

2. Logische Überschriftenstruktur

Automatisierte Tools können feststellen, ob <h1> bis <h6>-Tags korrekt verwendet werden.
Was sie nicht beurteilen:

  • Ist die Hierarchie logisch?
  • Sind Überschriften redundant oder fehlen wichtige Ebenen?
  • Sind Inhalte ohne Kontext verständlich?

👉 Mit BarrierefreiPLUS prüfen wir manuell, ob die Struktur klar, nachvollziehbar und sinnvoll gegliedert ist – auch für Screenreader oder Tastaturnutzer.

3. Tastaturnavigation in der Praxis

Tools erkennen, ob Buttons oder Links fokussierbar sind. Aber ob eine Website durchgängig ohne Maus navigierbar ist, ob Fokusfallen existieren (z. B. modale Dialoge ohne Escape-Möglichkeit), das erfassen sie nicht.

👉 BarrierefreiPLUS testet:

  • Kann ich alles nur mit Tab und Enter bedienen?
  • Bleibt die Fokus-Reihenfolge logisch?
  • Gibt es Sackgassen?

4. Formularbedienung und Fehlermeldungen

Ein Tool erkennt fehlende Labels – aber nicht, ob eine Fehlermeldung hilfreich und verständlich ist. Es prüft nicht:

  • Wird erklärt, was falsch eingegeben wurde?
  • Werden Korrekturvorschläge gemacht?
  • Sind Fehlermeldungen für Screenreader erreichbar?

👉 Unsere manuelle Prüfung zeigt: Funktioniert das Formular für alle Nutzergruppen – und nicht nur technisch?

5. Videoinhalte und Untertitel

Automatisierte Tools sehen nur: Untertitelspur vorhanden – ja oder nein.
Aber:

  • Sind die Untertitel korrekt?
  • Sind sie vollständig?
  • Gibt es zusätzliche Transkripte oder Audiodeskriptionen?

👉 BarrierefreiPLUS analysiert hier im Detail: Sind die Inhalte für gehörlose oder blinde Menschen verständlich und vollständig nutzbar?

6. Dynamische Inhalte & Kontextwechsel

Dropdowns, modale Fenster, Seitenwechsel nach Auswahl – alles interaktive Komponenten, die für Menschen mit kognitiven Einschränkungen schnell zur Barriere werden, wenn unerwartete Aktionen passieren. Automatisierte Tools erkennen diese Wechsel nicht zuverlässig.

👉 Unsere Experten testen: Wird der Nutzer bei Fokus- oder Eingabewechsel klar informiert? Gibt es ungewollte Überraschungen?

7. Farbkontrast bei Hintergründen mit Verläufen oder Transparenz

Automatisierte Tools stoßen an technische Grenzen, wenn der Hintergrund kein statischer Farbwert ist – etwa bei Bildern, Verläufen oder halbtransparenten Elementen.

👉 BarrierefreiPLUS prüft visuell: Ist der Text auch bei komplexen Hintergründen gut lesbar? Sind UI-Elemente klar erkennbar?

Warum Barrierefreiheits-Overlays keine Lösung sind

Vielleicht denkst Du: "Dann installiere ich einfach ein Accessibility-Overlay, das erledigt den Rest."
Leider nicht. Overlays suggerieren einfache Lösungen, indem sie Nutzer*innen selbst Anpassungen wie höhere Kontraste oder größere Schriftgrößen ermöglichen.

Doch:

  • Viele dieser Funktionen sind bereits im Browser integriert.
  • Overlays können bestehende Assistenzsoftware stören.
  • Oft entstehen sogar neue Fehler.
  • Und vor allem: Sie lösen nicht die strukturellen, inhaltlichen und nutzerzentrierten Barrieren, die Deine Website wirklich zugänglich machen.

Die Lösung: BarrierefreiPLUS

Mit BarrierefreiPLUS bieten wir Dir mehr als einen simplen Quick-Check. Unser Ansatz kombiniert:

Automatisierte Tests – für schnelle Erkennung der häufigsten Probleme
Manuelle Tests – für echte Nutzerfreundlichkeit und die vielen komplexen Barrieren
Individuelle Handlungsempfehlungen – pragmatisch, klar, umsetzbar
Nutzerzentrierte Analyse – wir denken nicht nur technisch, sondern aus Perspektive der Menschen, die Deine Website besuchen

Barrierefreiheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess.
Mit BarrierefreiPLUS begleiten wir Dich dabei, Deine Website nachhaltig zugänglich zu machen – für alle Nutzergruppen und unabhängig von Gerät oder Einschränkung.


🚀 Bereit für den nächsten Schritt?

👉 Mach Deine Website mit BarrierefreiPLUS barrierefrei

Denn Barrierefreiheit ist mehr als ein Prüfbericht – sie ist echte digitale Teilhabe.

Boris Kraemer

Geschrieben von: Boris Kraemer

Erfahrungen & Bewertungen zu projektpioniere